08.10.2023
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Mein Optimierungs-Gen schlägt wieder zu: Nachdem ich die Festnetznummer der Zitrone herausgefunden habe, braucht es kein Rätselraten mehr, ob der jeweilige Fluglehrer einen jetzt an der 4.000ft-Markierung der Bahn (etwa die Hälfte, querab von Feldhaus und Zitrone), oder an der Halle erwartet.
Diesmal ist es die Halle, an der die Katana auch zeitgleich mit mir auftaucht um getankt und gedreht zu werden. Justin springt quietschvergnügt aus dem Cockpit, hatte offenbar schon eine gute Flugstunde, zu der wir uns natürlich auch austauschen.
Nachteil: Unser Gequassel sorgt mal wieder dafür, dass ich nie auf die zwei Stunden in der Luft komme, die es mit der Reservierung sein könnten. Zurück in der Luft geht es heiter weiter mit dem Thema Platzrunden. Ich gebe mir Mühe diese nach allen Regeln der Kunst zu Fliegen, aber Dirks gestrengem Auge entgeht wieder nichts: Prop genau auf 2.000 rpm, komm, komm, komm, Zeiger genau unter die Null klemmen, zwo-eins ist zu hoch, komm, komm, komm, auf die Höhe achten…
Nach einigen Runden um den Platz wird es plötzlich spannend, ich soll beim nächsten Anflug ohne Touchdown durchstarten und auf 2.500 ASML steigen. ASML entspricht grob dem guten alten „über Normalnull“. Die westliche Schwelle liegt bei 380ft ASML, die Platzrunde auf 1.350ft ASML, d.h. ich steige auf 700m über Grund (2.500ft minus 380ft in Metern). Unterwegs folgt die Erklärung: Wir werden zum ersten Mal eine Ziellandeübung fliegen. Das Manöver simuliert einen Motorausfall in niedriger Höhe mit dem Ziel sicher am gewünschten Punkt, hier festgelegt als die östliche Schwelle, zu landen.
Um es klar zu sagen: Motoren fallen nicht wirklich oft aus, die meisten der alten Hasen am Platz haben das persönlich nie, oder vielleicht einmal erlebt. Für den Fall, dass das passiert sollte aber jeder Handgriff sitzen.
Wirklich schön an der Übung ist, dass ich den Platz mal aus einer anderen Perspektive zu sehen bekomme, nach mehr als 40 Platzrunden in den letzten Wochen. Mittig über dem Platz ist es dann soweit, zurück mit dem Hebel. Wenns „vorne“ leise wird (d.h. im Motorgehäuse) ist erstmal guter Rat teuer. Zum Glück gibt’s einiges davon in der gedruckten Checkliste im Flieger, praktischerweise in Signalrot umrahmt.

Zum Glück merkt man der Katana die Segelflugzeug-Gene an: Richtig konfiguriert erreicht sie eine Gleitzahl von 1:14, d.h. 14 Meter Gleitweg bei einem Meter Höhenverlust. Auf meinen 700 Metern Höhe sind das noch…. jaaa, Kopfrechnen unter Stress wird schnell um ein vielfaches schwieriger als die entsprechende Trockenübung. Die Einstellungen der Checkliste fix vorgenommen und dann weiter auf’s Fliegen konzentriert, denn wie in jedem „Notfall“ gilt auch hier: First fly the plane! Der ganze Rest kommt danach. Nachdem ich die Maschine so ausgetrimmt habe, dass ich sie „aus dem Handgelenk“ fliegen kann, und nicht den Bizeps dafür brauche wird’s unter Dirks Anweisungen eine ruhige Landung. Als der Motor wieder schnurrt bin ich trotzdem etwas erleichtert.
Die restlichen Platzrunden gehen schnell vorbei, nur eine bietet noch einen kleinen Showeffekt: Im Querabflug gleitet ein Greifvogel links auf Gegenkurs an uns vorbei, ca. 500ft über Grund. Ein wunderschönes Tier, und interessant es im Fliegen von oben zu sehen. Hoffentlich kommen wir uns hier nicht in die Quere, das täte mir sehr leid.

Die letzte Landung gehen wir als „lange Landung“ an, um zum Hangar zurückzukehren, leider wie schon einmal ist es die schlechteste Landung des Tages. In der Nachschau zeigt die Analyse des kleinen „Rumms“, dass ich offenbar das Flugzeug zu spät in den „Flare“ genommen habe, das Ausschweben in einem Meter Höhe. Stattdessen habe ich die „Kiste schön aufs Deck gehauen“, was zwar auch funktioniert hat, aber doch einiges an unnötiger Belastung für Mensch und Material darstellt. Aber gut, irgendwann wird’s werden…
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